Der Brand nach dem Rausch/Max-Brand-Preis: Der alte Mann und die Maschine

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Die Maschine prägte das Leben von Max Brand (geb. 1896 in Lemberg, gest. 1980 in Langenzersdorf). Schon in den zwanziger Jahren ahnte er heute durchaus übliche Konzertpraktiken voraus: "Denn die Bühne ist nun (von Menschen, Red.) leer. Nur die Musik ist. Und sie soll der Bühne Leben geben." Brands größter Erfolg, die Oper "Maschinist Hopkins" (uraufgeführt 1929 in Duisburg), war natürlich noch auf Sänger und Orchester angewiesen, drehte sich aber bereits um das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine und schaffte es, mit klassischem Instrumentarium das Rollen der vermenschlichten Maschinenräder hörbar zu machen.

In seiner Oper traf Brand voll den damaligen Zeitgeist des Futurismus mit seiner kindlichen Fortschrittsgläubigkeit und feierte unglaubliche Erfolge: Bis 1933 stand "Maschinist Hopkins" auf den Spielplänen von 41 Opernhäusern in ganz Europa. Doch mit der Machtübernahme Hitlers kam das Verbot der Oper (die Nähe Hopkins' zum faschistischen Helden übersahen die Nazis)


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