Spielplan

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Eine Frau will mehr aus sich machen. Sie lernt einen irgendwie faszinierenden Mann kennen, ermordet mit dessen Hilfe ihren Gatten und fängt ein neues Leben an. Der Schotte David Harrower erzählt in seinem erfolgreichen Stück "Messer in Hennen" eine Geschichte, wie man sie so ähnlich in jedem zweiten Fernsehkrimi zu sehen bekommt. Der Witz ist, daß er die Story in die Form einer knorrigen Saga verpackt hat: Das Stück spielt hinter den sieben Wäldern, wo man schon als Außenseiter gilt, wenn man lesen und schreiben kann; eine archaische Welt, in der auch Mord bloß ein Naturereignis ist. Das Kammerspiel handelt von der Emanzipation einer jungen Frau; die österreichische Erstaufführung am Plafond des Volkstheaters erzählt auch von der Emanzipation einer jungen Regisseurin: Es ist die erste Inszenierung der langjährigen Peymann-Assistentin Stephanie Mohr in Wien, seit sie vor drei Jahren das Burgtheater verlassen hat. Für eine "Talentprobe" bieten Text und Raum zwar etwas zu wenig


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