Gottes Geiger

Musik: Die belgische Band dEUS vermengt Untertöne europäischer Volksmusik erfolgreich mit kompetentem Alternative Rock.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Es ist 14 Uhr 30, am Tag nach dem Gastspiel der belgischen Band dEUS in der Londoner Highbury Garage. Tourmanager Eric schwirrt, mit seinem Mobiltelefon am Ohr, unruhig durch die Hotellobby. Zu seinem Kummer ist der Sänger und Songschreiber Tom Barman auch zu dieser nachmittäglichen Stunde noch nicht von seinen Exkursionen zurückgekehrt und zum Interviewtermin erschienen.

Am Abend zuvor schafften es dEUS, den Songs ihres zuweilen etwas monochromen, dritten Albums "The Ideal Crash" eine vollkommen neue Dynamik zu verleihen - selbst der hippieeske Patchouli-Geruch, den Songtitel wie "Put the Freaks up Front" ("Stellt die Freaks in die erste Reihe") mitunter verströmen, war wie weggeblasen. Die an Camper Van Beethovens beste Zeiten erinnernde harmonische Dichte ihres Sounds ließ das Publikum sogar überhören, daß eine der Gitarren einen ganzen Song lang einen Halbton zu tief gestimmt war. "Die neuen Nummern müssen sie noch üben", ist die allzu nüchterne Diagnose Erics, der die Band


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