Roger und die Sektflöte

Film: Eine Luxemburger Filmsoiree präsentiert neun merkwürdige Filme abseits der RTL-Ästhetik.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Roger, der große Borger mit dem weißen Turnschuh, fühlt sich mit Pierre Richard verwandt. Dabei sollte es andersrum sein, denn in dem Titelheld von "Roger", einem Porträtfilm von Genevieve Mersch, erkennen wir jenen Typus des vom Pech verfolgten Überlebenskünstlers wieder, auf dessen Darstellung sich der Komiker Richard spezialisiert hat. Im richtigen Leben freilich sind Schicksale wie das Rogers mehr tragisch als lustig: katastrophales Elternhaus, Alkoholprobleme, Gefängnis, täglich wechselnde Arbeitsverhältnisse, und dennoch präsentiert sich uns der Mann als Sunnyboy, Charmeur, Freigeist. Rogers Welt ist immer so gut oder schlecht, wie das, was dieser gerade aus ihr macht. Bloß an Regeln, so eine Bekannte, an die könne er sich einfach nicht halten; wenn er sich beispielsweise Sachen borge, sehe man sie gewöhnlich nie mehr wieder.

Vielleicht hat es mit den privaten Satellitenprogrammen zu tun, die von Luxemburg aus europaweit die guten Stuben von Herrn und Frau couch potatoe


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