Kunst Kurz

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Biennale I Nach Rotterdam (1996) und Luxemburg (1998) wird die dritte Manifesta von Juni bis September 2000 in Ljubljana stattfinden. Während die erste Manifesta anfangs noch im Ruf stand, als Sprungbrett für Jungkuratoren initiiert worden zu sein, hat sich dieses wandernde Projekt mittlerweile zu einer der interessantesten Ausstellungen junger, europäischer Kunst entwickelt. Alle zwei Jahre wird eine ganze Stadt mit ihren unterschiedlichen Institutionen und Locations durch ortsspezifische Kunstwerke erschlossen. Was sich für die Besucher als eine kurzweilige Art des Städtetourismus mit Überraschungsparcours anbietet, beabsichtigt, innerhalb der Kunst ein europaweites Netzwerk zu etablieren, das betont auch Ost- und Mitteleuropa umfaßt. Ins aktuelle Kuratorenteam wurden bestellt: Francesco Bonami (Chicago/Turin), Ole Bouman (Chefredakteur der Zeitschrift Archis, Rotterdam), Maria Hlavajova (Soros Center, Bratislava) und Kathrin Rhomberg (Secession, Wien).

Biennale II Das Thema des österreichischen Beitrags für die kommende Biennale in Venedig, "offene Handlungsfelder" wird von den eingeladenen Künstlern recht ernst genommen: Die neueste Idee besteht darin, den österreichischen Pavillon für die Austellungsdauer in ein Heim für albanische Flüchtlingskinder umzuwandeln. Damit die Kleinen in Ruhe spielen können, müßte ein hoher Zaun um das Gebäude errichtet werden. Erstens, weil alle Ausstellungsbesucher neugierig glotzen würden; zweitens, weil der jugoslawische Pavillon keine zwanzig Meter entfernt steht. Dem Vernehmen nach haben sich etliche Künstler mit der Idee angefreundet: Die WochenKlausur würde das Projekt als soziale Intervention promoten, die Geschwister Hohenbüchler könnten mit den Kindern kreativ arbeiten, und Rainer Ganahl würde albanische Leseseminare abhalten. Nur Ecke Bonks Plan, einen amerikanischen Stealthbomber auszustellen, müßte er wohl eher den Betreibern des Nachbarpavillons unterbreiten.


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