Nach dem weißen Würfel

Essay: Der ideale Ausstellungsraum, der "White Cube" ist längst zerbröckelt. Angesichts der Trümmer einer idealistischen Ästhetik stellt sich die Frage nach dem Ortsbezug von Kunst neu.

Kultur | Roger M.Buergel | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Egal ob Mainstream oder "Subkultur", ob Kunstausstellung oder Party-Event: Was zählt ist zunächst einmal die "location". Dabei handelt es sich freilich nicht einfach bloß um die mehr oder weniger schicke Verpackung eines vermeintlichen Inhalts, vielmehr ist der Ort selbst zum Thema geworden. Kunst findet drängt aus den traditionellen Ausstellungshallen und nistet sich in vormals kunstfernen öffentlichen, ja sogar privaten Räumen ein (siehe die Ausstellungenberichte auf Seite 71). Und selbst eine Musikveranstaltung wie PHONOtaktik (siehe Seite 22f.) sucht den Dialog mit der Geschichte und dem Kontext spezifischer urbaner Räume. Dem Thema "Kunst und Ortsbezug" ist auch der folgende Essay gewidmet. Er begibt sich auf die Suche nach der Geschichte des white cube, die auch ein Stück Geschichte idealistischer Ästhetik darstellt. (Red.)

Es gibt nicht nur Menschen, sondern auch Orte ohne Eigenschaften. Die vornehmste Institution dieser Art ist wohl der white cube : der nackte Schauplatz


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