Ihr seid fabelhaft

Kommentar: Über den Kosovo-Krieg, die Nato und Österreichs Kunst, auf dem Balkan zugleich Partei und neutraler Zaungast zu sein.

Uwe Mattheiss | Vorwort | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Es ist Krieg, und die geringste Folge davon ist: Man verliert Freunde. Das war schon zu Zeiten des Golfkriegs so. Die Besorgten und Betroffenen, die doch nichts betraf, gingen damals auf die Straße und skandierten "Kein Blut für Öl!" Jung und alt übten sich im Nacherleben der Ängste, die einst in den Luftschutzkellern der ausgebombten Städte des Reichs herrschten. Die Lehre von damals: Nicht alles, was links ist, ist wirklich links. Und: Politische Aufklärung ist eine Sache, die Resistenz überkommener Gefühlslagen eine andere.

Heute führt die Nato einen Krieg in Europa. Der moralische Impetus der Kriegsgegner ist leiser. Es geht nicht um Öl, sondern um die Ansätze eines Genozids. Ich halte das militärische Eingreifen des Westens im Jugoslawien-Krieg nach wie vor für gerechtfertigt - wenngleich ich nicht glaube, daß mit den Luftangriffen auch nur die Vertreibung oder Ermordung eines Menschen im Kosovo verhindert werden konnte. Die bescheidene militärische Bilanz der Nato ist

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