Standpunkt: ÖHMTC?

Politik | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Schluß mit dem Gejammer. Alle zwei Jahre wieder - rechtzeitig zu den Hochschülerschaftswahlen - dürfen sich die gegenwärtigen Studenten von der Generation davor und der davor und vor allem von der davor anhören, wie unpolitisch sie nicht geworden sind. Da winseln alt gewordene 68er und solche, die es gern gewesen wären, wie großartig, spontan, interessant und unglaublich politisch sie einst nicht gewesen seien. Damals, ja damals, als die Amerikaner in Vietnam einmarschierten und es noch etwas zu bewegen galt. Und gestandene Konservative monieren, mit der postmodernen Beliebigkeit wäre den Studenten der Sinn für Werte abhanden gekommen. Gut, 46 Prozent der angehenden Akademiker wünschen sich mehr Service von der Österreichischen Hochschülerschaft und nur acht Prozent mehr Politik. Kein Wunder. Müssen sich doch dieselben Studenten von denselben Generationen von Studenten davor und von denen davor usw. sagen lassen, daß es auf Leistung und Notenschnitt ankomme, auf die Wahl des richtigen Studiums, daß allein der Abschluß irgendeines Studiums - womit in der Regel alles gemeint ist, was nicht innerhalb des geografischen Dreiecks von WU, TU und BOKU liegt, nicht mehr genüge. Wozu Studentenpolitik, wenn ohnedies nur der Abschluß zählt? Auch der Rückzug aus der Politik ist Protest. P. V.


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