Das Baby, das ich meine

Familienpolitik: In Wahlkampfzeiten gibt es österreichische Babys im Sonderangebot. Welche Fraktion macht die meiste Kohle locker, um die besten und preisgünstigsten Kinder anbieten zu können? Ein Blick auf die idealtypischen Parteifamilien.

Politik | Gerlinde Pölsler und Adelheid Wölfl | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Begonnen hat alles im Vorjahr, als Familienminister Martin Bartenstein beim Durchforsten der Finanzen einen Milliarden-Überschuß im Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) ausmachte. Die ÖVP beschloß, sich als Familienpartei zu profilieren und das Füllhorn über die "Keimzelle der Gesellschaft" zu ergießen. Der Schlager "Karenzgeld für alle" wurde kreiert, und ein paar berührende Fotos wurden geschossen: Martin Bartenstein mit benachteiligten Studentinnen und Bäuerinnen, Martin Bartenstein mit monetär vernachlässigten Kindern. Die SPÖ-Frauen sprachen von einem "sozialen Verbrechen", bis die SPÖ die Wahlkampfstärke des Slogans erkannte und "Karenzgeld für alle, die es brauchen" in die Menge streute. Jörg Haider wiederum ließ sich auf Plakaten von windelbestückten Babys für den Kinderbetreuungsscheck bejubeln und gewann die Kärntner Landtagswahlen. Die Finanzierung des Scheck-Gags durch die Wohnbauförderung ist mittlerweile allerdings geplatzt und FP-Chef Jörg Haider weiterhin


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