Der Perron-Pionier

Architektur: Seit vier Jahrzehnten plant der Architekt Kurt Schlauss Häuser, Brücken und U-Bahn-Stationen. Jetzt soll Schlauss, Ende der sechziger Jahre bereits Planer der Station Karlsplatz, auch die "Museumsquartier-Station" der U2 umbauen. Bürgermeister Michael Häupl paßt das gar nicht.

Politik | Gerald John | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Der orange Teppich ist abgetreten. Das braune Sofa "out of fashion". Und der dunkelgrüne Ohrensessel leistet seinem Besitzer auch schon längere Zeit gute Dienste. Kein Zweifel: Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Kurt Schlauss werkt nicht erst seit gestern in seinem Atelier über den Dächern der Wieden. Die riesigen Pläne in seinem Büro erklärt der 75jährige Architekt aber noch genauso enthusiastisch wie vor 40 Jahren, als seine Karriere begann.

Derzeit tüftelt Schlauss an einem sensiblen Projekt. Der Planungsveteran wurde von den Wiener Verkehrsbetrieben beauftragt, die Linie U2 für den Betrieb von längeren Zügen zu adaptieren. Dazu gehört auch die Station Babenbergerstraße, die nicht nur ein würdiges Entree zum Museumsquartier, sondern auch eine taugliche Verbindung zum kunsthistorischen Museum abgeben soll. Der wettbewerbslose Auftrag ging nicht zufällig an Schlauss. In der Wiener Stadtplanung gibt es so etwas wie "Gewohnheitsrecht": Schlauss hatte Ende der sechziger Jahre Wiens


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