Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Das buddhistische Königreich Bhutan hat also beschlossen, Fernsehen im Lande künftig zu erlauben. Die erste Sendung sei für den 2. Juni, den 25. Jahrestag der Herrschaft von König Jigme Singye Wangchuck, geplant. Fernsehen solle den Aufbau des Landes fördern, erläutert der touristenfeindliche Himalaya-Staat. Auch Produktionen ausländischer Rundfunkanstalten sollen gezeigt werden. Eine andere Strategie zur Förderung des Landes verfolgte bekannterweise König Slobo I. Milosevic'' absolutistisch regierte Bundesrepublik Jugoslawien. Dort konnten ausländische Produktionen schon seit geraumer Zeit nur mehr in sehr begrenztem Ausmaß verfolgt werden. Mit der systematischen Zerbombung der serbischen Fernseheinrichtungen durch das atlantische Bündnis nähert sich aber auch die Produktion eigener Sendungen asymptotisch dem televisionären Nullpunkt. Seien sie noch so sehr propagandistisch überformt: Fernsehbilder über collateral damage, wie zivile Opfer und Zerstörungen in Nato-Speak heißen, wird es nicht mehr geben. Und wovon es kein Fernsehbild gibt, lehrt uns Ted Turner's Law, das ist nie passiert.


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