Kommentar: Wäscht "Weißbuch" Wittmann weiß?

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

"Die Politik bin ich", hatte Kunststaatssekretär Peter Wittmann im Rahmen einer der "Weißbuch"-Diskussionen angemerkt, die Ende 1998 über die Podien zwischen Bludenz und Mattersburg gingen. Wer hätte sich gedacht, daß ausgerechnet der vielgeschmähte und zu Beginn seiner Amtszeit auch sichtlich eingekrampfte Peter Wittmann eines Tages als ferner Nachkomme Ludwigs XIV. posieren würde? Die ironische Bemerkung sollte eines klarstellen: Wenn das Kunststaatssekretariat nachdenken läßt, dann übernimmt immer noch der Kunststaatssekretär die Verantwortung für die Durchsetzung.

Etwas weniger charmant formulierte Wittmann dieselbe Botschaft vor wenigen Wochen gegenüber der Presse: "Ich werde aus der Analyse ableiten, was wir in den nächsten vier Jahren machen werden. Es kann auch sein, daß ich gar nichts mache." Natürlich kann die letztverantwortliche Politik theoretisch zu dem Schluß kommen, daß das nun nach einem gut eineinhalb Jahre währenden Diskussionsprozeß praktisch fertiggestellte


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