Krawatte oder Fliege?

Film: Clint Eastwood braucht sich um nichts mehr zu scheißen. Nicht zuletzt deshalb wurde sein neuer Film "True Crime" zu einer seiner besten Regiearbeiten.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Seit er den New Yorker Bürgermeister in den Arsch getreten hat, ist Steve Everett wieder Lokalreporter bei einer Lokalzeitung. Clint Eastwood, der im Jahr 2000 siebzig Jahre alt sein wird, hat sich bereits vor geraumer Zeit auf Charaktere spezialisiert, die ihre Karriere schon hinter sich haben - im vorliegenden Fall, "True Crime", jene des Starreporters, Alkoholikers, Familienvaters. Ein Schauspieler, der aus dem klassischen Studiosystem Hollywoods überkragt in den Mainstream der Neunziger und der sich um nichts mehr zu scheißen braucht.

Auch nicht um eine Geschichte, die sich hier "wie zufällig" entwickelt und zunächst einmal nur ganz nach miserablem Drehbuch aussieht. Eine junge Kollegin verunglückt tödlich, daraufhin bekommt Everett ihren letzten Auftrag zugeteilt: eine Human-Interest-Story über einen Schwarzen (Isaiah Washington) zu schreiben, der wegen Mordes in der Todeszelle sitzt und in 24 Stunden hingerichtet werden soll. Der Fall gilt seit sechs Jahren als abgeschlossen.


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