Verstehen Sie Spassen?

Film: Lars von Triers Dogma-Film "Idioten" begibt sich auf die Suche nach verlorener Unschuld und simulierter Authentizität.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Wenn Freiheit die Einsicht in die Notwendigkeit ist, dann ist sie logischerweise zugleich die Erkenntnis des Überflüssigen. Gemeinsam mit seinem Landsmann Thomas Vinterberg hat der dänische Regisseur Lars von Trier jenen "Schwur der Keuschheit" abgelegt, der unter dem Namen "Dogma 95" bekannt geworden ist und in zehn Ge- beziehungsweise Verboten unter anderem den ausschließlichen Gebrauch der Handkamera, das Filmformat Academy 35 mm und den Verzicht auf Requisiten vorschreibt, die nicht am Drehort selbst gefunden werden. Untersagt sind unter anderem Schwarzweißfilm, Filter und Waffen.

Für den konvertierten Katholiken von Trier verdanken sich diese rigorosen Regeln "dem Verlangen, mich den Autoritäten und Vorschriften zu unterwerfen, die ich in meiner humanistischen, politisch linksstehenden Erziehung nie kennengelernt hatte" - sowie der Wiedergewinnung einer "verlorenen Unschuld". Die Zerschlagung von Konventionen erfordert also nicht Regellosigkeit, sondern andere Regeln. Wie aber


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