Stadtrand: Schlaftaxi

Stadtleben | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Eigentlich ist die Sache simpel: Wer am Flughafen ankommt, steigt ins Taxi. Oder in die U-Bahn. Oder den Bus. Ganz einfach. Eigentlich überall. Überall? Wien ist anders. Da wäre einmal die Lachnummer "Flughafen-Schnellbahn". Zum Glück findet die eh keiner. Dann gibt es noch die Taxibürokratie. Wer vom Wiener Flughafen nach Wien will, muß über eine Grenze, die weder EU noch Schengen durchbrechen konnten: die zwischen Wien und Niederösterreich. Wer von Schwechat zum Einheitstarif nach Wien will, muß beim Hundertwasserkobel ein Taxi aus Wien bestellen - oder (illegal, aber billiger) eines entern, das gerade Gäste abgesetzt hat und nun theoretisch leer zurückfahren müßte. Niederösterreichische Taxis - die vor dem Airport stehen - fahren nämlich a) per Taxameter durch Wien, kennen sich aber b) in der Stadt nicht aus, was c) insgesamt relativ rasch relativ sehr teuer werden kann. Schwechat-Hernals kann da schon ein Viertel der Reisekosten von Hernals-Paris ausmachen. Wirklich lustig ist der Weg in die Stadt aber bei Nacht: Wien schläft. Alles zu. Taxivermittlung, Airportshuttle oder Schnellbahn? Hamma net. Dafür, daß trotzdem Flieger landen, können die Wiener Transporteure ja nichts. Außerdem: Irgendwann müssen auch Niederösterreicher Geschäfte machen dürfen. T.R.


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