Stadt aus Stein

Stadtgeologie: Durch die Innenstadt marschieren und "Staana schaun"? Was nach langweiligem Lehrausgang klingt, wird mit einem neuen Wien-Führer zur Entdeckungsreise.

Stadtleben | Sigrid Neudecker | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Geologen und Mineralogen gelten gemeinhin nicht gerade als Alleinunterhalter. Trockenes Material, tote Materie, Steine - wenig spannend. Außer man bekommt eben jene Materie von eben jenen Geologen und Mineralogen so vorgestellt, daß sogar im widerstrebendsten Zuhörer Interesse geweckt wird.

Robert Seemann, Geologe, und Herbert Summesberger, Mineraloge, beide am Naturhistorischen Museum tätig, haben vor kurzem einen Stadtführer der anderen Art veröffentlicht: In "Wiener Steinwanderwege" werden vier Routen im ersten Bezirk anhand der sie säumenden Steinfassaden beschrieben. So wurde das Cartier-Geschäftslokal am Kohlmarkt mit italienischem Serpentinit namens "Verde Patricia" verkleidet, das Hotel Europa auf der Kärntner Straße vereint grauen "Schremser Feinkorn" aus Niederösterreich und rötlichen "Rosso Capao Bonito" aus Brasilien. Und die Säulen in der Oper sind mit Fossilien geradezu gepflastert. Im Interview erzählen die beiden Autoren über die neuesten Trends in der Steinmode.


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