Phettbergs Predigtdienst (Nr. 353): Ein Staudamm der Nächstenliebe

Ein unheimliches Zeichen der Mitmensch-lichkeit ... Wir haben einen langen und schönen Tag vor uns ... Peter Rapp am Beginn seiner 16stündigen Moderation am Kosovo-Sondersendetag des österreichischen Fernsehens

Stadtleben | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Es ist 21 Uhr vorbei, Samstag, 17. April 1999, und ich sitze die 13. Stunde ohne Unterbrechung vor dem Fernseher und schaue "Nachbar in Not". Barbara Stöckl säuselt stufenlos Menschlichkeit, von 9 Uhr frühmorgens bis ein Uhr tiefnachts. Und mit jeder Minute, in der das österreichische Volk noch enger zusammenrückt, um noch mehr helfen zu können, erlebe ich mich immer verstörter und hasse sie. Ich würde auch gerne gut sein wollen, dazugehören zur Armada, doch ich bin eine Mördergrube. Zerfleischt mich bitte, ich habe mich längst zum Tode verurteilt. Ich hasse und kann nicht aufhören damit. Seit ich denken kann, waren meine Empfindungen immer konträr. Was bin ich für ein ungeheuerlicher Gegenteilsautomat? Giftnigl, Giftnigl, tanzten die schönen Buben in der Hauptschule im Kreis um mich herum. In ohnmächtiger Wut kann ich mir nicht helfen. Ich möchte lieb sein. Und zärtlich. Aber ich kann und kann nicht akzeptieren. Du bist a Verkehrta, sagte der Vata zu mir den ganzen Tag.

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