Tier der Woche: Wurmstichig

Stadtleben | Peter Iwaniewicz: peter.iwaniewicz@blackbox.at | aus FALTER 17/99 vom 28.04.1999

Wie soll man heutzutage seiner Wut über eine andere Nation in angemessener Form Ausdruck verleihen? Man könnte zum Beispiel vor der betreffenden Botschaft demonstrieren (bringt einen ca. zehn Sekunden dauernden Bildbeitrag in den Nachrichten), die Fahne des zu mißachtenden Landes öffentlich verbrennen (zwanzig Sekunden) oder gar sich selbst, was aber neben großen Schmerzen den zusätzlichen Nachteil hat, daß Fernsehanstalten in freiwilliger Selbstbeschränkung solche Aufnahmen nicht senden.

Man könnte aber auch in einer Colaflasche einen Regenwurm samt Zettel mit der Aufschrift "Tod den USA" einlegen und diesen Cocktail in ein Supermarktregal zurückstellen. Das ist bei weitem nicht so gefährlich, aufwandsmäßig vertretbar und bringt doch mediale Erwähnung. Beispielsweise unter der Rubrik "Vermischtes" (sehr sophistisch) des Standard vom 20. April.

Drei Italiener hatten aus besagter Flasche getrunken, als sie plötzlich die revolutionäre Botschaft und den Wurm entdeckten. Die


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