Go, Karli, go!

Seinesgleichen Geschieht: Karl Schlögl soll nicht zurücktreten. Er soll den Tod des Marcus O. zum Anlaß nehmen, durchzugreifen.


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Innenminister ist kein Job für zarte Gemüter. Der Innenminister hat die Ordnung im Gemeinwesen aufrechtzuerhalten, er hat die Einhaltung der Gesetze zu überwachen. Dazu ist ihm das staatliche Gewaltmonopol übertragen. Er hat Gesetzesbrecher nicht nur zu fassen, er muß sie auch abschrecken. Innenminister sind deshalb selten populär, eher gefürchtet. Wer Innenminister wird, wird meist nicht mehr mehr.

Karl Schlögl ist anders. Karl Schlögl spricht sanft und trägt, nach dem Rezept des Präsidenten Roosevelt ("Speak softly and carry a big stick"), einen großen Stock. Karl Schlögl ist deshalb wohlangesehen bei ÖVP und SPÖ, von der Kronen Zeitung gar nicht zu reden. Karl Schlögl ist bei Grünen, Liberalen und Menschenrechtsorganisationen in Verschiß; aber das muß ein Innenminister wohl sein. Die Wählerschaft mag solche wie Schlögl. Karl Schlögl hat zweifellos noch Karrierepotential.

Das Pech für Schlögl ist das Pech jedes Innenministers. Der Beamtenapparat macht, was er will.

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