Einsam wie ein Werber

Europawahl: Moderne Wahlkämpfe sind multimediale Spektakel. Der Auftakt dazu läuft in Österreich aber immer noch so ab wie vor sieben Jahrzehnten: Die Parteien plakatieren das Land zu - und werden dabei nicht gerade phantasievoller.

Politik | Gerald John | aus FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Eigentlich interessiert ihn das Ganze nicht. Hat es auch nie wirklich. Die neuen Plakate der Parteien für die Europa-Wahlen hat sich Dietmar Ecker, ehemaliger Kommunikationschef der SPÖ, deshalb noch gar nicht angesehen. Trotzdem glaubt Ecker zu wissen, wer oder was auf den Sujets prangt. Die SPÖ? "Klima, wer sonst?" ÖVP? "Stenzl, eh klar." Grüne? "Voggenhuber." LIF? "Irgendein inhaltliches Statement." FPÖ? "Wurscht. Die können alles plakatieren und machen nichts falsch."

Seit 1. Mai kann Ecker seine Prophezeiungen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Sechs Wochen vor den Europa-Wahlen, am 13. Juni, haben die Parteien das Land mit Werbeplakaten zugepflastert. Darin sind die österreichischen Polit-Kommunikatoren Weltmeister. Zwar wird auch hierzulande jeder Wahlkampf längst als Multimediaspektakel inszeniert, da wegen des ORF-Monopols die Möglichkeiten visueller Präsenz aber so begrenzt sind wie in keiner anderen westlichen Demokratie, verkleistern die politischen Gruppierungen


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