Illusionslos arbeitslos

Arbeitsmarkt: Förderungsfonds, territoriale Beschäftigungspakte, städtische Standortpolitik. Die Schaffung von Beschäftigung wird zur obersten Politikpriorität der Städte. Ein falscher Weg, warnt eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Wer glaubt schon noch an Wunder? An Jobwunder jedenfalls glaubt niemand mehr. Auch nicht Fritz Verzetnitsch, der Gewerkschaftspräsident, der vergangene Woche für eine "Entmystifizierung" von Jobwundern plädierte. Gemeint waren freilich jene der Niederlande und der USA. An die eigenen kann der ÖGB ebenso wie Sozialministerin Lore Hostasch nicht aufhören zu glauben - zumindest offiziell. 230.000 Arbeitslose in Österreich im April 1999. 10.000 weniger als im Vorjahr. Das macht Hoffnung auf die herbeigeforderte "Trendwende am Arbeitsmarkt" und wird schon als "Licht am Horizont" (Verzetnitsch) gesehen.

Die Realität sieht anders aus. Selbst Österreichs im EU-Vergleich niedrige Arbeitslosenquote von sieben Prozent kann nicht darüber hinwegtäuschen: Die Zahl derer, die langzeitarbeitslos sind oder "schwer vermittelbar", liegt bei 30 Prozent und darüber. In Wien können von durchschnittlich 73.000 Arbeitslosen 50.000 nicht binnen sechs Monaten vermittelt werden. 20.000 sind über ein Jahr


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