Ich erwarte Besessenheit

Festwochen-Theater: Der 30jährige Regisseur Thomas Ostermeier übernimmt demnächst die Leitung der ehrwürdigen Berliner Schaubühne. Wie es dazu kam, zeigen drei Ostermeier-Inszenierungen bei den Festwochen. Ein Gespräch über junge Autoren und alte Meister, Genie und Alltag.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Vom Geheimtip zum Intendanten der Berliner Schaubühne in knapp drei Jahren: Die Karriere des 30jährigen Regisseurs Thomas Ostermeier sucht in der jüngeren Theatergeschichte ihresgleichen. Der in Norddeutschland geborene und in Bayern aufgewachsene Ostermeier studierte an der renommierten Ernst-Busch-Schule in (Ost-)Berlin und wurde 1996 gemeinsam mit dem Dramaturgen Jens Hillje mit der Leitung der "Baracke" des Deutschen Theaters in Berlin betraut. Der 99 Plätze fassende Container auf einem leeren Grundstück neben der Vorzeigebühne der DDR war als "Spielwiese" für Talente konzipiert, stellte das Haupthaus aber bald in den Schatten und entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einem der spannendsten Theaterplätze der Stadt.

Im Unterschied zu der an Frank Castorfs Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz kultivierten Trümmerdramaturgie setzen Ostermeier und sein Team auf intensives Schauspielertheater und realistische Gegenwartsdramatik. Die Darsteller werden zu regelmäßigem Training


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