Beinharter Verteilungskampf

Kulturpolitik : Geht es nach dem soeben fertiggestellten "Weißbuch", dann steht der heimischen Kulturverwaltung eine grundlegende Strukturreform bevor. Der "Falter" sprach mit dem Leiter der Kunstsektion, Andreas Mailath-Pokorny, über die zu erwartenden kulturpolitischen Weichenstellungen.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Ende Mai soll das nach eineinhalb Jahren Diskussion nunmehr fertiggestellte "Weißbuch zur Reform der Kulturpolitik in Österreich" (siehe Falter 17/99) seinen Initiatoren, dem Bundeskanzler und dem Kunststaatssekretär, übergeben werden. Andreas Mailath-Pokorny ist Leiter der Kunstsektion im Bundeskanzlerlamt (BKA) und war als Mitglied des zuletzt neunköpfigen Redaktionsteams von Anfang an mit der Erstellung des "Weißbuchs" befaßt.

Falter: Wie schnell werden die Vorschläge des "Weißbuchs" umgesetzt werden?

Andreas Mailath-Pokorny: Wenn das "Weißbuch" als eine Art Maßnahmenkatalog zu verstehen ist, wie der Bundeskanzler gesagt hat, dann ist das ein Programm, mit dessen Umsetzung ich sicher die nächsten fünf Jahre bestreite. Ich nehme an, daß der Bundeskanzler die Ausarbeitung eines Ablaufplans vorschlagen wird, mit dem vielleicht auch die "Weißbuch"-Arbeitsgruppe beauftragt werden soll. Das Spannende an dem "Weißbuch" ist ja, daß es zum ersten Mal eine Art Magna Charta der kulturpolitischen

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