Gewaltige Verschiebungen

Architektur: Der Architekt Zvi Hecker übernahm im Herbst 1998 die Meisterklasse Wilhelm Holzbauers an der Angewandten. Eine Ausstellung im Foyer der Kunst-Uni stellt den delikaten Tel Aviv-Berliner Architekturdenker den Wienern vor.

Kultur | Jan Tabor | aus FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Zvi Hecker ist in Wien. "Wir freuen uns", schreibt Hans Hollein im Ausstellungsfolder, "daß er uns seine Sonnenblumen, Spiralen und Explosionen sowohl als Ausstellung präsentiert als auch an unserer Schule persönlich seine Ideen vermittelt. Wir lernen von ihm." Und wie!

Die Umwege, über die Zvi Hecker zur Architektur gelangt, sind denkbar einfach. An jedem Ort, wo es zu bauen gilt, lehrt er, sei etwas vorhanden, an das der Architekt anknüpfen soll, um die lokale Geschichte, das heißt die Zeit des Ortes, weiterzuführen. Weiterführen, ohne fortzusetzen oder gar zu wiederholen. Damit meint Hecker nicht den altmodischen und verschwommenen, auch von vielen zeitgenössischen Architekten beschworenen Genius loci und auch nicht die gestaltlose Erinnerung. Er meint etwas als Idee - zeit- oder erdgeschichtlich konkret Vorhandenes -, eine Idee, der es eine architektonische Gestalt zu geben gilt.

Von der Synagoge in der Lindenstraße in Berlin ist nach dem Großen Pogrom im November 1938, nach


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