Phettbergs Predigtdienst (Nr. 354): Mea maxima culpa!

... Denn aus vielen Besessenen fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus ... Apg. 8,5-8.14-17 (1. Lesung am 6. Ostersonntag / Lesejahr A)

Kultur | aus FALTER 18/99 vom 05.05.1999

Der größte Zorn aber liegt darin begründet, daß ich mir nicht verzeihen kann, mich nicht umbringen zu können. Dieser Zorn, werden die positiv Denkenden sagen, generiert sich aus einem Zuviel an Selbstmitleid. Stünde ich mir nicht so batzweich gegenüber, könnte es mir nämlich egaler sein, es nicht zu schaffen, mein von mir über mich verfügtes Todesurteil nicht vollstrecken zu können. Dann wäre ich darüber auch nicht so zornig, und es ginge mir schon ein wenig besser, also positiver, so die Positiven. Also, so sie, ist das Selbstmitleid der Beginn allen Übels.

Hätte ich aber weniger Selbstmitleid, so ich andererseits, würde ich mich auch nicht wegbringen wollen aus meiner mißlichen Lage und mich ungerührt grundeln lassen, wodurch es mir also wiederum elendslange und weiterhin und ununterbrochen schlecht ginge, weil ich mit meiner neurotischen Struktur dieser ekeligen Welt auch weiter- und fürderhin und auf Dauer ausgesetzt bliebe. Ungerührt sogar ich! Wo bliebe da das

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