Gürtel Plus: Nach der Euphorie

Thomas Rottenberg | Politik | aus FALTER 19/99 vom 12.05.1999

Am Anfang stand ein Telefonat. Als der damalige Planungsstadtrat Hannes Swoboda am 27.12. 1994 bei Planungsdirektor Arnold Klotz anrief, waren die Beamten nicht begeistert: In der ersten Jännerwoche wollte er ein Rohkonzept für die Revitalisierung der Gürtelregion am Tisch haben, befahl Swoboda. Die Beamten schluckten - das während der Feiertage.

Was Swoboda zu Beginn 1995 präsentierte, ist mittlerweile zu einem der Vorzeigeobjekte der Wiener Stadtplaner geworden. Eines jener Projekte, die unter dem Stichwort "Es geht ja doch" zu katalogisieren sind: Wiens erstes EU-gefördertes Entwicklungsprojekt, das Unternehmen "Gürtel Plus".

130 Millionen Schilling stellte Brüssel zur Revitalisierung einer Region zur Verfügung, die von Anrainern, Politikern und Planern bislang als unsanierbar abgehakt worden war. Der Gürtel war ein Stück Peripherie im Stadtkern: Was Stadt und Bezirke nicht wollten, was sich in Zentren nicht halten konnte, wurde dort angeschwemmt. Am Gürtel kulminierten Verkehrs-,

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