Filme gegen die Zeit

Film: In "Die Ewigkeit und ein Tag" erzählt der griechische Kino-Epiker Theo Angelopoulos wieder von einer Odyssee zu den letzten Dingen.


Michael Omasta

Kultur | aus FALTER 19/99 vom 12.05.1999

Sommer am Meer. Langsame Kamerafahrt auf eine Villa mit halbgeöffneten Fensterläden. Irgendwo spielen Kinder. Aus dem Off hören wir die Worte eines kleinen Jungen: "Mein Großvater sagt, die Zeit ist ein Kind, das am Strand mit Murmeln spielt." Darüber liegen die Titel: "Die Ewigkeit und ein Tag". Ein Film von Theo Angelopoulos.

Spielende Kinder sprechen anders. So wissen wir, daß wir ein nur erinnertes Bild gesehen haben, noch ehe der Erzähler, ein sterbenskranker Dichter mit Namen Alexander (Bruno Ganz), aus seinem Dämmerschlaf erwacht. Gestern und heute, das Spiel am Strand und sein Kampf gegen eine tödliche Krankheit, sind nur einen Lidschlag weit voneinander entfernt.

Der griechische Regisseur Theo Angelopoulos macht Filme gegen die Zeit. Das Zauberwort heißt: Gleichzeitigkeit, seine Beschwörungsformel: die Plansequenz. In großangelegten Kamerabewegungen durchmißt er hier das Leben eines Mannes, der eben daran, an seinem Leben, stets vorübergegangen ist. Sein Opus magnum,

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