Im Goldfieber

Regionalentwicklung: Der Run aufs Geld hat eingesetzt. Mehrere hundert Millionen Schilling an EU-Förderungen sollen für ein Wiener "Problemgebiet" zur Verfügung gestellt werden. Hinter den Kulissen matchen sich sechs Bezirke um den Geldsegen aus Brüssel.

Patrik Volf | Politik | aus FALTER 19/99 vom 12.05.1999

Peter Brodesser gehört zur Zeit wohl zu den beliebtesten Beamten der Gemeinde Wien. Zuerst klingelt das Telefon, und Finanzstadträtin Brigitte Ederer erkundigt sich nach dem Stand der Dinge, dann kündigt Integrationsstadträtin Renate Brauner gemeinsam mit Kurt Wimmer, Bezirksvorsteher aus Margareten, ihren Besuch an. Der Grund dieses amikalen Klinkenputzens im Büro des Leiters der Abteilung für EU-Förderungen hat vor allem eines: viele Nullen. Von den Vorschlägen des EU-Büros wird es nämlich abhängen, wohin im nächsten Jahr rund 300 Millionen Schilling aus dem Brüsseler Strukturförderungstopf wandern werden. Hundert Millionen mehr als beim ersten EU-Förderunternehmen, dem URBAN-Projekt "Gürtel plus" (siehe Kasten).

Die Millionen sollen aus dem "Ziel 2 neu"-Topf kommen, von dem in den kommenden Jahren erstmals unter anderem auch "städtische Problemgebiete" - also Stadtteile mit hoher Arbeitslosigkeit, Armut und schlechten Wohnbedingungen - profitieren sollen. Um eine endgültige

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