Kommentar: Wie die Intellektuellen wieder versagten

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 19/99 vom 12.05.1999

"Sag' mir: Haben die Intellektuellen versagt?" wurde ich unlängst von Franz Schuh gefragt, wobei der bloße Versuch einer ernsthaften Antwort vom sarkastischen Lächeln des Fragenden unterlaufen wurde. Schuh ist im übrigen der Auffassung, daß die sogenannten "Intellektuellen" gemeinhin auf professionelle Weise einer Arbeit nachgehen, also Schriftsteller, Philosophen, Wirtschaftswissenschaftler sind, sodaß hierzulande eigentlich nur Günther Nenning als genuine Verkörperung "des Intellektuellen" übrigbleibt.

Günther Nenning hat gewiß nicht versagt. Er hat Stellung genommen. Er hat Peter Handke der Psychiatrie anempfohlen (was angesichts der selbst im Falle des Doppeldoktors limitierten Kompetenzen doch ein bißchen weit geht) und in der Kronen Zeitung, dem angestammten Habitat aller Intellektuellen, seiner Dankbarkeit darüber Ausdruck verliehen, daß die Nato uns den Islam vom Leibe hält. Warum das ausgerechnet durch die Bombardierung eines christlichen Landes geschieht, wissen


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