Charmant & lendenfroh

Musik: Kuba und kein Ende: Ibrahim Ferrer singt sich erneut in unsere Herzen.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 19/99 vom 12.05.1999

Als die Afro-Cuban All Stars das erste Mal in Wien gastierten, fiel das Konzert auf der Donauinsel ins Wasser, und im Castillo, das als Ausweichspielort dienen sollte, machte die Polizei dem angeblich zu lauten Treiben nach einer viertel Stunde ein Ende. Wenig später kam das von Ry Cooder produzierte Album "Buena Vista Social Club" heraus, verkaufte ein paar Millionen Stück, wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und brachte einen Hauch von sinnlicher Wehmut in das Haus des Anwalts und die WG der Zahnarztgehilfin.

Mittlerweile bevölkern son-Spezialisten die Anwaltskanzleien und Wartezimmer, und alle paar Wochen wird eine neue Band entdeckt, deren Mitglieder noch greiser, noch authentischer und noch unentdeckter sind als die Stars der Vorwoche. Wenn jetzt Ibrahim Ferrer mit seinem abermals von Ry Cooder produzierten "Solo"debüt antritt und im Juni gar in der Staatsoper gastiert, bespielt er also eine g'mahte Wiesen.

Dagegen ist exakt überhaupt nichts einzuwenden, der Mann mit der zittrig-zarten


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