Aufgeblättert

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 19/99 vom 12.05.1999

Wo harte Drogen in "Trainspotting" mitunter zu gut wegkommen, da zeichnen die 13 in "The Acid House" versammelten und mittlerweile auch verfilmten Kurzgeschichten ein weniger anziehendes Bild: Es ist nicht cool, an der Nadel zu hängen. Auch in seinem zweiten und jetzt erst übersetzten Buch erzählt der Schotte Irvine Welsh von Menschen "die versuchten, irgendwie zurechtzukommen". Aber natürlich scheitern. Einmal mehr überzeugt er durch drastische Bilder (wie wohl jene Szene für den Film adaptiert wurde, in der ein zur Fliege mutierter junger Verlierertyp betrachten muß, wie seine Mutter dem jubilierenden Vater einen Latex-Dildo in den Allerwertesten verpaßt und anschließend ihre Fäkalien kunstvoll in dessen Mund plaziert?) und seine Dialoge, die aus dem schottischen Slang als Mischung aus Hooligan- und Bottropper-Proll-Raver-Slang übersetzt wurden.

Welshs Figuren verkörpern "die Unstimmigkeiten und Widersprüche zwischen Materialismus und Kollektivismus, zwischen legal und illegal,


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