Mutdop Nopignocow

Neues Lokal: Ein Architekt als Wirt, ein Vegetarier mit Fleisch und Fisch und Vorspeisen von überirdischer Schönheit.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 19/99 vom 12.05.1999

Es scheint so, als ob die neunziger Jahre nun auch in Wien Neubau Einzug gehalten hätten. Dieser Eindruck drängt sich jedenfalls auf, wenn man an das Se'stelle und an das Lafuente denkt, an das Möbelcafe, an das Perauer, an die Kochwerkstatt, und wenn man das neueröffnete Podium betritt: Hell und kahl ist es, von hohen Fenstern zur Westbahnstraße hin großzügig mit Tageslicht versorgt, eine Bar aus grünlichem Milchglas, Holzboden, Tischchen aus Beton und Bitumen, Sessel aus einem Material, das vehement an Zitronenschlecker erinnert, tatsächlich aber Epoxi-Harz ist, ein weitläufiger Wohnzimmerbereich mit Sofas vom Flohmarkt. Sehr cool, sehr stylish, sehr schön - und irrsinnig laut. Josef Fürstl ist Architekt und kein Akustiker.

Was die Frage aufwirft, ob man heute, um in der designmäßig tatsächlich schon ins Galoppieren geratenen Wiener Szene-Gastronomie ein Leiberl zu haben, bereits mehr Designer sein sollte als Wirt. Fürs Leibliche holte sich Fürstl zwei Männer, die etwas


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige