Der lange Marsch

Europawahl: Eigentlich sollte der Wahlkampf ein Monat vor dem Urnengang auf Hochtouren laufen. Die Kandidaten bemühen sich jedenfalls krampfhaft darum aufzufallen. Ein Lokalaugenschein.

Politik | Gerald John und Patrik Volf | aus FALTER 20/99 vom 19.05.1999

Am Juchhe der Hofburg Der Einladungstext ist etwas heimtückisch. Dick und fett steht da "Redoutensäle" drauf. Und die, glauben die Besucher des Wahlkampfauftaktes der ÖVP-Europakandidatin Ursula Stenzel zu wissen, liegen nicht im fünften Stockwerk. Das Dachfoyer hingegen schon. "Schon auf dem Weg herauf hamma mindestens 30 Stammwähler verloren", klagt ein VP-Funktionär.

Seit Jahren redet sich die ÖVP ein, daß ihre Mißerfolge nur am schlechten Verkauf ihrer Politik liegen können. Wahlkampfevents versucht die Partei deshalb präzise bis ins Detail zu inszenieren. Bundespräsident Thomas Klestil eröffnete vor einem Jahr feudal im mit goldenen Stühlen vollgepferchten Festsaal des Palais Liechtenstein. Stenzel peitscht im cool verglasten Dachgeschoß der Hofburg ein. Staatstragend, aber doch modern.

Daß Kampagnenstarts der ÖVP dennoch nie zünden, liegt daran, daß alle Beteiligten immer furchtbar viel reden müssen. Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner schwört die


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