Schule der Frauen

Film: Nach einem Roman von Yukio Mishima hat der französische Regisseur Benoit Jacquot ("La fille seule", "Le septieme ciel") seine filmische "Schule des Begehrens" entworfen.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 20/99 vom 19.05.1999

Die Schule des Fleisches" heißt der Film im Original. Der Titel der Synchronfassung lautet "Schule des Begehrens", und die Liebe fungiert dabei als Überbau, dem Geschehen und den Figuren äußerlich, aber doch unverzichtbar. Die Liebe (und nicht die Begehrlichkeit alleine - l'amour fou) kommt als Ereignis - nach einer ersten Begegnung, ersten Blickwechseln zwischen den beiden Hauptfiguren. Quentin (Vincent Martinez) ist verfügbar, Dominique (Isabelle Huppert) will ihn haben. Quentin ist Boxer, Barmann und Gelegenheitsstricher, Dominique erfolgreiche Geschäftsfrau.

Diese Konstellation provoziert einen Handel. Dominique erwirbt gewissermaßen Rechte an Quentin, doch der läßt sich nicht wirklich kaufen ("es hat mir auch Spaß gemacht"). Die Beziehung ist folglich schwierig, der Film eine Abfolge von - meist problematischen - Begegnungen: zwischen Dominique und Quentin, und anderen, denen in diesem Spiel die Rollen von Mittlern, Ex-Spielern und potentiellen Interessenten zugedacht sind.


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