Amerika demontieren

Kunst: In den sechziger Jahren hat Martha Rosler den Krieg in die amerikanischen Wohnzimmer gebracht. Ungewollt aktuell zum Kosovo-Konflikt zeigt nun die Generali Foundation ihr Gesamtwerk.

Kultur | Cosima Rainer | aus FALTER 20/99 vom 19.05.1999

Der Ausstellungstitel "Positionen in der Lebenswelt" benennt den wichtigsten Aspekt im Werk von Martha Rosler: Sie arbeitet nicht an einem Stil, sondern an Strategien, um die Grenzen der Kunstwelt hin zur Lebenswelt zu durchdringen und so Position zu beziehen. Seit der russischen Avantgarde-Diskussion hat sich dafür ein Kanon von Techniken herausgebildet, den man als "marxistische Montagetradition" bezeichnen kann. Künstler wie Eisenstein, Brecht, Heartfield und Höch stehen seit den zwanziger Jahren dafür - und eben auch Zeitgenossen wie Martha Rosler.

Nach einer anfänglichen Beschäftigung mit dem abstrakten Expressionismus in New York übersiedelte Martha Rosler Mitte der sechziger Jahre nach Südkalifornien, wo sie sich, empört über die Vietnam-Kriegsberichterstattung der Massenmedien, in der Antikriegs- und Protestbewegung engagierte. Seitdem hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben in Amerika neu zu beschreiben. Ausgangspunkt ihrer Werke sind Bilder und Themen, die die


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