"Die See, die uns trägt"

Psychoanalyse: Der Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt begibt sich in einem Essay auf die Suche nach dem Unbewußten der deutschen Sprache.

Tobias Heyl | Kultur | aus FALTER 20/99 vom 19.05.1999

Wie müßten wir uns Freuds Tiefenpsychologie vorstellen, wäre sie nicht in Wien, sondern in Paris entstanden? Eine spekulative Frage, in der Tat, aber trotzdem eine Frage, die ins Zentrum der Psychoanalyse führt: zur Sprache, in der sich die Seele artikuliert, in der sich Patient und Analytiker verständigen, die schließlich das psychoanalytische Wissen festhält. Wenn Freuds Lehre derart existentiell an Sprache gebunden ist, dann lohnt es sich tatsächlich zu fragen, welche Spuren die Eigenarten des Deutschen in seiner Theorie hinterlassen haben.

Georges-Arthur Goldschmidt, der in Hamburg geboren wurde und sich vor den Nationalsozialisten nach Frankreich in Sicherheit gebracht hatte, wo er noch heute lebt, hat diesem keineswegs nur akademischen Problem einen großen Essay gewidmet. Er nimmt seinen Ausgang von ganz konkreten Problemen, die bei der Übersetzung Freuds ins Französische auftreten. Daß sich eine Übersetzung stets vom Original entfernt, weil sie bestimmte rhetorische Effekte

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