Hochzeit des Uhrmachers

Literatur: Vor 200 Jahren starb Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais - ein Spion, Revolutionär und Taktiker am Hof, vor allem aber der Autor von Stücken, die den Pöbel erheiterten und den Adel im Mark trafen.

Kultur | Alfred J.Noll | aus FALTER 20/99 vom 19.05.1999

Der Mann setzte auf den Geist. In die Wiege gelegt war es Pierre-Augustin Caron freilich nicht, daß er dadurch die Mitwelt bewegen und die Nachwelt bezaubern würde. Während sich Voltaire und Friedrich II. von Preußen über die Grundsätze der Aufklärung stritten, machte sich der knapp Zwanzigjährige zu Anfang der 1750er Jahre noch daran, in der Pariser Werkstatt seines Vaters einen neuen Hebemechanismus für Uhren zu erfinden. Noch kein Gedanke daran, daß sich der junge Caron später einmal de Beaumarchais nennen sollte, seine Stücke den Pariser Pöbel erheitern und den französischen Adel im Mark, d.h. an der Ehre treffen würden.

Wie aber wird man Mitte des 18. Jahrhunderts vom kleinen Uhrmacher zum Adeligen? Man verschafft sich Zugang zum Hof Ludwigs XV. Dort unterrichtet man die Töchter des Königs im Harfespiel, legt sich einen klingenden Namen zu, beginnt ein Verhältnis mit der jungen Frau eines ebenso reichen wie alten Geschäftsmannes, übernimmt infolge Todesfalls dessen


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