Billa namens Erika

Kinos: Das Erika-Kino in Wien-Neubau sperrt zu. Zuletzt hatte das "älteste Kino der Welt" sich als Nachspielstätte verdient gemacht.

Stadtleben | Michael Omasta | aus FALTER 20/99 vom 19.05.1999

Traurig, aber wahr. Mein letzter Besuch im Erika-Kino liegt mittlerweile schon wieder zwei Jahre zurück. Im Juni 1997 wurde ebendort die im Rahmen von hundertjahrekino einmalig vergebene Kinoförderung des Bundes präsentiert, in deren Genuß das Erika als eines von insgesamt nur sieben Wiener Kinos gekommen war. Das Foyer glich an jenem Tag bereits einer Baustelle, so unverzüglich hatte man sich an die ersten Renovierungsarbeiten gemacht. An Engagement, soviel ist sicher, hat es dem als Familienbetrieb geführten Kino nie gefehlt.

Anfang Mai wurde nun, eher beiläufig, die Schließung der altehrwürdigen Grande Dame unter den Wiener Kinos bekanntgegeben. Die Kaiserstraße, ein ohnehin schon trostloses Pflaster, ist damit um eine seiner letzten Attraktionen ärmer geworden. Das Ende kommt zur Unzeit. Seit mehr als dreißig Jahren befand sich das Erika - wie auch das Admiral und das Bellaria - im Besitz der Kinodynastie Hemmelmayer; nach einer lange anhaltenden Dürreperiode (unter Connaisseuren


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