Übermacht & Ohnmacht

Kommentar: Auch die neuen Nato-Konzepte können Vermittler außerhalb des Bündnisses nicht ersetzen.

Vorwort | Heinz Gärtner | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Schon wenige Tage nach dem Beginn der Luftschläge auf Jugoslawien wurde in den Stellungnahmen der Nato-Sprecher ein eigenartiger Widerspruch sichtbar: Einerseits wurden die Zerstörungen jugoslawischer Militäranlagen demonstriert, andererseits die Vertreibung und Ermordung der Kosovo-Albaner durch serbische Polizei- und Militäreinheiten bedauert. Es wurde immer offensichtlicher: Der hochentwickelte Militärapparat der USA und der Nato konnte seine selbstgesteckten Ziele - die Beendigung der humanitären Katastrophe, die Verhinderung großer Flüchtlingsströme und die Durchsetzung des Friedensplans von Rambouillet - nicht erreichen. Hinter dem offiziellen Optimismus machte sich Verwirrung breit. Für das Oberkommando der Nato-Streitkräfte im Atlantik lagen die Erfolgschancen der Bombardements von vornherein nicht höher als 25 Prozent. Man wisse aber auch keinen Weg, wie die Nato aus der Situation herauskommen könne.

Nach sieben Wochen Luftangriffen waren gerade zehn bis 20 Prozent


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige