Löst Wien auf

Regionalplanung: Eine neue Studie über die Entwicklung des Wiener Umlandes bestätigt, was Raum- und Stadtplaner schon seit langem predigen: Die Grenze zwischen Wien und Niederösterreich soll fallen.

Politik | Thomas Rottenberg | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Andreas Hacker ist nicht zu beneiden. "Leicht ist das nicht", meint der Landschaftsplaner. "Es gibt so viele Partikularinteressen, das ist eine Sisyphusarbeit." Seit Anfang dieses Jahres führt Hacker den schönen Titel "Regionalmanager des Wiener Umlandes". Seither soll er im Auftrag der Niederösterreichischen Landesregierung dafür sorgen, daß die Orte im Süden Wiens in Wirtschafts-, Verkehrs- und Siedlungsfragen weiter als bis zu ihren Gemeindegrenzen sehen. "Im Prinzip", seufzt der Regionalmanager, "erkennt jeder Bürgermeister, daß es so nicht weitergehen kann, aber jeder sagt: Das eine Projekt mache ich noch fertig. Das geht ewig so weiter."

Dementsprechend sieht Wiens Vorfeld aus: Wo Wien Niederösterreich wird, beginnt Boomtown. Ab der Stadtgrenze herrscht Klondike-Stimmung. Kleinbürgermeister gegen Kleinbürgermeister - und alle gegen Wien lautet das Motto, unter dem südlich von Liesing Siedlungs- und Standortpolitik betrieben wird. Investoren freut das: Wer im Poker mit den


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