"Feiglinge und Verräter"

Zeitgeschichte Die Deserteure aus Hitlers Wehrmacht haben nach mehr als 50 Jahren in Deutschland ihre öffentliche Rehabilitierung erreicht. In Österreich warten sie noch darauf.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Lagerhaft. Todeszelle. Strafkompanie. Die Erschießungskommandos der deutschen Wehrmacht hatten viel zu tun in den Kriegsjahren. Die Militärgerichte sorgten für den Nachschub. 30.000 Todesurteile wegen Desertion und Wehrkraftzersetzung verhängten sie in den Kriegsjahren. 20.000 davon wurden vollstreckt. (Zum Vergleich: Im Ersten Weltkrieg waren es ganze 48.) Die übrigen Verurteilten starben an den Folgen der Inhaftierung oder wurden in den letzten Kriegsmonaten an der zusammenbrechenden Ostfront bei der "Deckung des Rückzuges" in den Tod geschickt. Nur wenige haben diese Strafmaßnahmen überlebt. Noch weniger sind heute noch am Leben. Der Deutsche Ludwig Baumann ist einer von ihnen.

Baumann wurde am 30. Juni 1942 in Bordeaux zum Tod verurteilt. Nach 40 Minuten Verhandlung. Er wollte sich mit einem Freund Richtung Marokko absetzen und war einer Zollkontrolle in die Arme gelaufen. "Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie das ganze Gerichtsverfahren abgelaufen ist", erzählt der heute


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