Kommentar: Ich möchte Zweifel anmelden

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Ich habe ein wasserdichtes Alibi. Am 28. und am 29. Mai werde ich mich nachweislich im Ausland aufhalten und daher physisch nicht in der Lage sein, den Performance-Marathon "Wahlverwandtschaften" in den Sofiensälen durchzumachen. Ob ich etwas versäumt haben werde, wird sich erst nachher sagen lassen. Aber nach allem, was ich über das Projekt bisher gelesen habe, möchte ich Zweifel anmelden.

"Wahlverwandtschaften" ist das Herzstück des von Festwochen-Kodirektorin Hortensia Völckers verantworteten Tanz-und-Crossover-Programms (worunter, grob gesagt, so ziemlich alles zu rechnen ist, was kein konventionelles Sprechtheater ist). Acht Stunden lang, von sieben Uhr abends bis drei Uhr früh, werden die Sofiensäle von 20 Künstlern und Künstlergruppen verschiedenster Sparten "bespielt" (siehe Falter 20/99). Und warum der ganze Aufwand? Weil es "signifikant für diese Jahrhundertwende" sei, heißt es in der Festwochen-Beilage des Standard, "daß die Kunstsparten untereinander ,neuronale'


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