Spielplan

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Einar Schleef brüllt wieder. Nach Jelineks "Sportstück" und der Goldoni-Paraphrase "Wilder Sommer" im Burgtheater hat der deutsche Regie-Egozentriker nun im Akademietheater ein Stück von Ulla Berkewicz verschleeft. "Der Golem in Bayreuth" zwingt nahe Zukunft und ferne Vergangenheit, Realität und Kunst zusammen: Das "Musiktheaterspiel" (Musik: Lesch Schmidt) spielt in der Festspielstadt Bayreuth, die gerade von marodierenden "Haßkappen" erobert wird; deren Anführer heißt Hoffmann und ist zugleich mit dem "reinen Tor" aus Wagners Oper "Parsifal" und dem Golem aus der jüdischen Sage verwandt. Daß man von der Vorlage in Schleefs Uraufführungsinszenierung nur noch wenig mitbekommt, ist vielleicht kein Schaden, macht es dem Zuschauer aber auch nicht unbedingt leichter. Staunend sieht man dabei zu, wie Schleef im Parkett brüllt und die obligaten Chormassen (diesmal kommen noch zwei Dutzend Musiker hinzu) über die Bühne dirigiert, wie auf schön rätselhafte Bilder rätselhaft langweilige


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