Groove, Gospels & Gesinnung

Musik: Wenn der versponnene Eigenbrötler Moby sein bisher "einheitlichstes" Album macht, dann klingt das immer noch so, als wäre es von drei verschiedenen Leuten produziert worden.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Als ein gewisser New Yorker Diplomphilosoph namens Richard Melville Hall 1995 unter dem Pseudonym Moby sein zweites Album "Everything's Wrong" veröffentlichte, wurde er als Zaubermeister der eklektischen Grooves gefeiert. Ein Jahr drauf riskierte er diesen guten Ruf mit "Animal Rights", einer Platte voller Punk-Gitarren und linkischer Drum-Machines, die ihn als abstinenten, christlichen Veganer porträtierte. Zuletzt zerschlug er wiederum auch dieses Image mit einer populistischen Neubearbeitung des James-Bond-Themas, gefolgt von der Soundtrack-Compilation "I Like to Score" und posierte auf den zugehörigen Pressefotos mit barbusigen Wasserstoffblondinen.

Vor diesem Hintergrund klingt es beinahe schlüssig, wenn Moby sein neuestes Werk "Play", eine einigermaßen wilde Mischung aus HipHop- und Techno-Beats, gesampelten Gospels, Gitarrensongs und sphärischen Instrumentals als seine bisher "integrierteste" und "einheitlichste" Platte bezeichnet. So wie es bei Moby mittlerweile programmatischer


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige