Mütterlicher Meteoritenraub

Musik: Was wurde wirklich aus den Kindern der Hippies? Unter anderem Ben Folds Five.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Wer einst in den Wartezimmern der achtziger Jahre die Witzseiten der Illustrierten durchblätterte, muß zwangsläufig über folgenden endlos nachgedruckten Cartoon gestolpert sein: Zwei ratlose Hippie-Eltern fragen resigniert ihr mit Anzug und Aktentasche ausstaffiertes, sauber gekämmtes Kind: "Was haben wir falsch gemacht?"

In Anbetracht seiner hoffnungslos uncoolen Erscheinung (randlose Brille, schütteres Haar) und seiner am Klavier mit glockenklarer Stimme vorgebrachten Songs könnte man Ben Folds selbst für den mittlerweile gealterten kleinen Spießer aus besagtem Cartoon halten. Erst recht, wenn er erzählt, wie seine Mutter nach Drogenexperimenten auf dem New-Age-Trip hängengeblieben und verhaftet worden sei, als sie einen Meteoriten aus dem Mineralienmuseum zu befreien versuchte: "Sie war fest davon überzeugt, daß der Stein Sonnenlicht bräuchte. Mir war das so peinlich. Als die Polizei kam, tat ich so, als gehörte ich nicht dazu."

Bens mangelnde Solidarität wird verständlicher,


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