Auftritt: Nr. 2456

Architektur: Mit dem von der Jury ausgezeichneten Entwurf von Jabornegg/Palffy liegt zwar ein brauchbarer architektonischer Vorschlag für die Gestaltung der U2-Wendeanlage vor dem Künstlerhaus vor, die verfahrene Situation des Karlsplatzes wird aber auch er nicht beheben können.

Kultur | Jan Tabor | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Dem Karlsplatz ist nicht mehr zu helfen, keiner wird es schaffen. Auch die vortrefflichen Architekten Christian Jabornegg und Andras Palffy nicht, die nun mit ihrem ausgezeichneten Wettbewerbsentwurf meine opulente Sammlung der nicht verwirklichten Projekte für den Karlsplatz um ein weiteres Beispiel bereichern werden.

Auch Manfred Nehrer wird es nicht schaffen, der tüchtige K/Haus-Präsident und Architekt, dem es in erstaunlich kurzer Zeit gelungen ist, das Künstlerhaus aus seiner Bedeutungslosigkeit herauszuholen. Das Künstlerhaus ist der besondere Pechvogel des von den Gründerzeit-Stadtplanern schwerst mißhandelten Karlsplatzes. Auch Otto Wagner war einer von denen. Die echten Wasserblumen ersetzte er durch Blumenornamente auf seinen wunderschönen Stadtbahn-Pavillons, das Zwitschern der Ufervögel durch das Quietschen der Stadtbahnräder. Aber auch die hört man aus den betonierten Tiefen der U-Bahn längst nicht mehr. Aus dem Fluß wurde ein unsichtbarer Kanal. So wie der Karlsplatz


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