Nüchtern Betrachtet: Hummeln sind Schweine

Kultur | aus FALTER 21/99 vom 26.05.1999

Mir ist klar, daß ich damit ein über partei- und freizeitspezifische Verhaltensdichotomien hinwegschreitendes Tabu verletze, aber die nachgerade lückenlose kollektive Exkulpierung gewisser Tiersorten ist mir ein Dorn im Auge, ja buchstäblich Stachel im Fleisch von meinem Fleische. Zum Beispiel die Hummel. Jenes plüschige, vom sauberen Herrn Rimski-Korsakow mystifizierte Insekt, das gemeinhin als gemütliches Geschöpf gilt, als der Slacker unter den stachel- und ruderleibchentragenden Sechsfüßern. Hummeln hören HipHop und rauchen dicke Joints, heißt es. Hummeln sind Humanisten und bremsen selbst für Bremsen. Sagt man. Hummeln sind arrogante Arschlöcher. Sage ich. Wie anders ist es zu erklären, daß ein so weltzugewandtes und grundgütiges Wesen wie meine Tochter, deren Tierliebe so weit geht, daß sie ihr Zimmer sogar mit inkontinenten Hyänen teilen würde, von einer Hummel aus heiterem Himmel attackiert wird? Ein junger, des Verfassens von Pamphleten noch nicht mächtiger


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige