Mörder unserer Kinder

Seinesgleichen Geschieht: Die Großrazzia auf Drogendealer ging einher mit einer Großrazzia auf besorgte Demokraten.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Der Auftakt ließ keine Fragen offen. Die Razzia auf nigerianische Drogendealer fand überfallsartig statt. Die befreundete Partei, die FPÖ, wußte allerdings offenbar bereits Tage zuvor, was angesagt war. In ganzseitigen Anzeigen inserierte sie am 26. Mai in der befreundeten Tageszeitung, in der Kronen Zeitung, und in anderen Zeitungen eine Aufforderung an den befreundeten Minister. "Handeln Sie endlich, Herr Minister Schlögl!" Die Schlagzeile der Anzeige - "Machtlos gegen 1000 Nigerianer!" - beklagte die Ohnmacht der Republik Österreich mit prophetischer Weitsicht. Ein Artikel der befreundeten Zeitung, der 1996 erschienen war, und ein paar Schlagzeilen von Krone und Kurier aus der gleichen Zeit erklärten die Lage: Schwarze Drogendealer kontrollieren das Land. Ein großes Porträt des Wiener Freiheitlichen Hilmar Kabas schmückte dieses unvergessene, zweifellos mit Geld der dankbaren Steuerzahler finanzierte Denkmal der Freundschaft zwischen Hetzblatt und Hetzpartei.

Zwei Tage später


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