Im Haus der Konflikte

Zeitgeschichte: Ein Haus der Toleranz im Palais Epstein wird es wohl nicht geben. Das Parlament beansprucht das Gebäude für sich. Daran ändert auch eine Studie des Wissenschaftsministeriums nichts.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Das Palais Epstein steht geradezu in einem magischen Mittelpunkt. Dieses Gebäude ist ein Augenzeuge der Geschichte des 20. Jahrhunderts." Das Begräbnis von Kaiser Franz Joseph, der Brand des Justizpalastes, die sowjetische Militärkommandatur. Mit all dem sei das Palais Epstein am Lueger-Ring verbunden. Die Ode von Stadtschulratspräsident Kurt Scholz an seinen Amtssitz hat etwas Flehendes an sich. Denn das Parlament will das Nachbargebäude für sich selbst nutzen. Büros für Parlamentsabgeordnete und -mitarbeiter sollen eingerichtet werden. Und Nationalratspräsident Heinz Fischer denkt nicht daran, von diesem Entschluß abzurücken, und teilte mit, daß die Übersiedelung bereits voll im Gange sei.

Scholz selbst, gemeinsam mit Wissenschaftsminister Caspar Einem und dem Initiator des Hauses der Toleranz, dem Leiter des Jewish Welcome Service, Leon Zelman, wollen an die Endgültigkeit dieses Beschlusses noch nicht glauben. Sie werfen nun eine wissenschaftliche Machbarkeitsstudie, die


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