Ein anderer Kontinent

Flüchtlinge: Im mazedonischen Flüchtlingscamp Cegrane nimmt der psychosoziale Betreuungsdienst von CARE Österreich und dem "Falter" Formen an. Der Steirer Hubert Höllmüller leistet die Aufbauarbeit

Politik | PATRIK VOLF | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Diese Menschen wurden nicht nur räumlich verrückt, sondern auf einen anderen Kontinent versetzt." Hubert Höllmüller ist eben von seinem ersten Besuch in Mazedonien zurückgekehrt. Seine Aufgabe: der Aufbau des psychosozialen Betreuungsdiensts für Flüchtlinge aus dem Kosovo im Lager Cegrane. 35.000 Flüchtlinge leben dort zur Zeit, täglich überqueren neue Vertriebene die Grenze. Wie viele von ihnen durch ihre Erlebnisse von Krieg und Vertreibung traumatisiert sind, kann Höllmüller nicht abschätzen: "Im Moment gibt es unter den Flüchtlingen wenig Bereitschaft, über die Dinge zu reden, die sie erlebt haben." Es herrsche vielmehr Apathie.

"Das Problem, vor dem wir standen, war: Wo können wir ansetzen?" Dann stießen die CARE-Mitarbeiter auf die Schule des Lagers Cegrane. "Die Schule ist im Camp das soziale Zentrum geworden. Über sie können wir Kinder und Erwachsenen erreichen." Die Schule und vor allem die Lehrer sollen die erste Anlaufstelle für psychologische Betreuung sein.


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